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Artikel-Schlagworte: „Europa“

Griechenland, Foto von i love unicorns/flickr.com

Griechenland, Foto von i love unicorns/flickr.com

Trotz der tiefschürfenden Staatskrise, die sich aus einer immensen Wirtschafts- und Finanzkrise entwickelt hat, die das Land an den Rande der Zahlungsunfähigkeit getrieben hat und dieser derzeit nur durch weitere Hilfspakete der europäischen Union verhindert werden kann, boomt der Tourismus in Griechenland.

Legt man die aktuellen Zahlen zu Grunde und zieht eine vergleichende Bilanz zu den Daten des vorherigen Sommers, so verbucht Griechenland im Bereich der Touristenzahlen gar einen zweistelligen Hinzugewinn. Dies liegt nicht nur daran, dass sich in erster Linie wenige deutsche Urlauber davon irritieren lassen, dass beispielsweise in der Hauptstadt Athen sich regelmäßig Straßenschlachten gleichende Demonstrationsszenen abspielen, die Nachfrage nach Konsum und insbesondere nach Urlaubsreisen stark angestiegen ist und zudem die Revolutionen und Zustände in Nordafrika aufgrund ihrer auch unter Sicherheitsaspekten sehr unsicheren Lage ein sehr schwaches Nordafrika-Geschäft im Tourismus bedingen. Aktuell gibt es kaum mehr Anfragen bezüglich Stornierungen als im vergangen Jahr, trotz der Schuldenkrise in Griechenland. Auch die breit angelegten Streiks mit welchen die Gewerkschaften gegen die geplanten Sparmaßnahmen der Regierung protestieren wollen, treffen derzeit das Urlaubsgeschäft nicht allzu hart, da in erster Linie organisierte Reiseanbieter relativ zeitnah Ausweichmöglichkeiten beim Transport der Reisenden organisieren können, da die Streiks bisher selten länger als vierundzwanzig Stunden andauerten.

Die Reiseveranstalter befürchten außerdem bisher nicht, dass sich die Situationen in Griechenland zu ähnlichen Ausnahmesituationen wie in Ägypten oder Tunesien entwickeln könnte, wo die Gewalt und Ausschreitungen bis zu einer Revolution eskalierten. Dies liegt in erster Linie daran, dass die Griechen sich sehr wohl der überragenden Bedeutung der Tourismusbranche für ihre Wirtschaftskraft bewusst sind und es auch derzeit keinerlei Anzeichen dafür gibt, dass Engpässe irgendeiner Art bei der Versorgung der Urlaubsgäste zu befürchten sind.